Gelber Fleck / Makula
Die "Makula" oder der "gelbe Fleck" beschreiben die zentrale Netzhautstelle des schärfsten Sehens am hinteren Augenpol. Dieser Bereich der Netzhaut besitzt das höchste Auflösungsvermögen und ermöglicht uns das schärfste Sehen. SignifikanteVeränderungen bzw. Erkrankungen in diesem Bereich des Auges führen zwangsläufig zu einem reduzierten Sehvermögen, welches sich durch Brillenkorrektur oder andere optische Hilfsmittel kaum verbessern lässt, da sozusagen unser abbildender Kamerafilm an Auflösung verliert. Allerdings kann durch die Anpassung vergrössernder Sehhilfen bei fortgeschrittenen Prozessen den Patienten eine Verbesserung im alltäglichen Handeln ermöglicht werden.
Epiretinale Gliose / Macular pucker / Cellophanmakula
Bei der epiretinalen Gliose kommt es zur Bildung von zarten Membranen durch Zellvermehrung auf der Netzhautoberfläche. Neben unbekannten (ideopathischen) Ursachen kann diese Zellvermehrung nach entzündlichen Prozessen im Auge, nach Trauma, diabtischen Netzhautveränderungen, operativen Eingriffen, Netzhautlaserungen bei Netzhautlöchern und bei Augentumoren auftreten. Meist bleiben diese Veränderungen vom Patienten unbemerkt und sind dann auch meist nicht therapiebedürftig. In manchen Fällen kommt es jedoch durch Zugkräfte, welche die Membran an der Stelle des Schärfsten Sehens verursachen kann, zu Verminderung der Sehschärfe. Ebenso kann es zu der Wahrnehmung von Verzerrtsehen (tanzende Buchstaben beim Lesen, Knickbildung beim Anblick von geraden Kanten) kommen. In diesen Fällen kann eine operative Entfernung der Membran durch eine pars plana Vitrektomie zur Verbesserung der wahrgenommen Symptome und auch der Sehschärfe führen. An der Augenklinik der LMU als Netzhautzentrum werden trotz der Seltenheit des Krankheitsbildes aufgrund der grossen Erfahrung viele dieser operativen Eingriffe durchgeführt. Die wissenschaftliche Arbeit von Mitarbeitern der Klinik hat zu einem besseren Verständnis des Krankheitsbildes geführt. Auch konnte durch die Entwicklung von Farbstoffen, welche intraoperativ die Darstellung dieser hauchdünnen Membranen und damit die bessere und schonendere Entfernbarkeit ermöglicht werden. Dabei wurde auch die toxische Gefahr bestimmter in anderen Zentren verwendeter Farbstoffe nachgewiesen werden.
Makulaforamen / Makulaloch
Diese seltene Erkrankung betrifft meist Frauen (ca. 70%), wobei die Ursache zumeist unklar ist. In seltenen Fällen kann ein Makulaloch nach Trauma, nach Netzhautlaserung und Augenoperation entstehen. Es wird angenommen, dass Zugkräfte des Glasköpers und einer veränderten inneren Grenzmembran der Netzhaut zur schrittweisen Entwicklung eines Loches an der Stelle des schärfsten Sehens führen. Der Patient nimmt die Veränderung durch eine Sehschärfenminderung und durch einen grauen oder schwarzen Fleck an der Stelle der Fixation wahr. Während frühe Formen eines Makulalochs unter Umständen noch in der Lage sind selbstständig zu heilen sollten fortgeschrittene Formen operativ durch eine pars plana Vitrektomie mit Entfernung des Glaskörpers und der inneren Grenzmembran versorgt werden. Dabei kann heute durch die Anwendnung modernster Farbstoffe die hintere Glaskörpergrenzmembran sowie die sehr zarte innere Grenzmembran der Netzhaut selektiv angefärbt werden. Hierbei führte und führt eine Großzahl wissenschaftlicher Arbeiten durch die Mitarbeiter der Augenklinik der LMU zu einem verbesserten Verständnis der Erkrankung und verbesserter, schonenderer operativer Entfernung der Membranen mit besseren Ergebnissen für die Patienten. Trotz der Seltenheit der Erkrankung ist sie an der Augenklinik der LMU als Netzhautzentrum ein regelmässig behandeltes Krankheitsbild.