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Pharmakologische Nachstarprophylaxe

Mitarbeiter

Dr. med. Christian Wertheimer
Dr. med. Stefan Kassumeh

Die Kataraktoperation mit Implantation einer Kunstlinse ist die häufigste Operation weltweit. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 417.000 Eingriffen (DGII Umfrage 2012, Stand 2011) durchgeführt. Die häufigste Komplikation nach Einsetzen einer Intraokularlinse ist der Nachstar. Er tritt auch heute noch bei 40% der Patienten innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Operation auf. Verbleibende Linsenepithelzellen proliferieren und wandern hierbei auf der hinteren Kapsel vom Kapseläquator hinter die künstliche Linse. Bei diesem Prozess entstehen Kapselfalten und eine Fibrosierung der hinteren Kapsel, die das intraokulare Streulicht erhöhen und mit einer Verringerung des Kontrastsehens und der Abbildungsqualität der Linse einhergehen (Cataracta secundaria).

Die pharmakologische Nachstarprophylaxe steht noch in der experimentellen Entwicklung und ist eine interessante Zukunftsperspektive in der minimalinvasiven Kataraktchirurgie mit verformbaren Intraokularlinsen.

Zum Vergleich passender Wirkstoffe und zur Testung der Biokompatibilität eignen sich verschiedene Modelle in vitro. Neben Zellkultur-basierten Methoden in denen wir pharmakologische Stoffe und mit Medikamenten beladene Intraokularlinsen testen, verfügen wir auch über ein humanes Kapselsackmodell. Dankenswerterweise erhalten wir das Spendergewebe im Rahmen der Zusammenarbeit mit der bayerischen Hornhautbank und der Rechtsmedizin der LMU. Dieses Modell ermöglicht uns, die Kataraktoperation im Labor und in Zellkultur nachzustellen.