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Entzündungen im Auge - Uveitis, Skleritis

 

Abb. 1

Bei der Uveitis handelt es sich um eine Entzündung des Augeninneren Je nach Intensität und Dauer der Entzündung verschlechtert sich das Sehvermögen und kann in seltenen Fällen zur Erblindung führen.
Die Uveitis ist eine seltene Erkrankung: die jährliche Inzidenz beträgt etwa 15 bis 20, die Prävalenz etwa 40 bis 200 pro 100.000 Einwohnern.
Über die Ursachen der Uveitis ist wenig bekannt. Wir gehen heute davon aus, dass es sich bei den meisten Patienten um Autoimmunerkrankungen handelt, bei denen sich das Immunsystem als Folge einer Fehlregulation gegen körpereigenen Strukturen richtet. So kann eine Uveitis auch im Rahmen einer anderen Autoimmunerkrankung z.B. aus dem rheumatischen Formenkreis auftreten. Seltener lösen Erreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten eine Uveitis aus. Die konventionelle Therapie der Uveitis umfasst in erster Linie Cortison und gegebenenfalls immunsupprimierende Medikamente. Bei Infektionen werden gegbenenfalls entsprechende Antibiotika eingesetzt.
Entsprechend des Schwerpunktes der Entzündung im Auge unterscheidet man vordere, intermediäre und hintere Uveitiden.




Vordere Uveitis (Iritis, Regenbogenhautentzündung)

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Sie ist mit 45 – 90% die häufigste Uveitis. Meistens sind junge Erwachsene Betroffen. Zusätzlich zu Sehstörungen treten oft Schmerzen und eine Bindehautrötung auf (Abb. links: Akute Iritis).
Die anteriore Uveitis kann im Zusammenhang mit einer rheumatologischen Erkrankung, der axialen Spondyloarthritis (früher auch M. Bechterew genannt) plötzlich und heftig auftreten und dann oft wiederkehren (rezidivieren). Wichtige andere Ursachen sind Erreger aus der Gruppe der Herpesviren oder (selten) Rubella.








Intermediäre Uveitis

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Der Entzündungsschwerpunkt der intermediären Uveitis (Abb. links) ist hinter der Iris im vorderen Glaskörper und den vorderen Gefäßen der Netzhaut. An dieser Lokalisation tritt eine Uveitis am seltensten auf und ist meist nicht sehr aktiv dafür ist sie aber häufig chronisch.












Posteriore Uveitis

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Bei der posterioren Uveitis sind Netzhaut, Pigmentblatt, Aderhaut und oft auch der Glaskörper betroffen. Wegen der für das Sehen wichtigen Strukturen ist das Sehvermögen bedroht. Der Verlauf kann chronisch oder auch schubförmig sein.
Es gibt viele unterschiedliche Ursachen wie virale Erreger oder ein Autoimmunphänomen. Die in Mitteleuropa häufigste Ursache ist eine Infektion mit dem parasitären Erreger Toxoplasma gondii. Diese kann antibiotisch behandelt werden, wenn die Stelle des schärfsten Sehens oder der Sehnervkopf betroffen sind (Abb. links: Posteriore Uveitis bei Toxoplamose).

  Verantwortlich für den Inhalt: Prof. Dr. S. Thurau