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Trockenes Auge

Das Trockene Auge ist eine häufige Krankheit. Für Deutschland belegt eine ältere Studie, dass 11.7% der deutschen Bevölkerung, hochgerechnet also etwa 9 Millionen Menschen an Beschwerden des Trockenen Auges leiden. Faktoren, die u.a. für das Trockenen Auge anfällig machen sind höheres Lebensalter, weibliches Geschlecht, eine Östrogentherapie in der Menopause, Operationen an der Hornhaut (z.B. refraktive Chirurgie) und Bestrahlungen am Auge sowie Autoimmunerkrankungen. Beim Trockenen Auge ist nicht nur der Tränenfilm sondern die gesamte Augenoberfläche, die Tränendrüsen- und Talgdrüsen der Lidkante (Meibomdrüsen), sowie die Verschaltung der Augenoberfläche mit Gehirn und Tränendrüse betroffen.

Hornhautstippung
Abbildung 1
Meibomdrüsendysfunktion
Abbildung 2
Punctum plug
Abbildung 3

Patienten mit Trockenem Auge können in zwei Gruppen eingeteilt werden, solche mit einer verminderten Produktion der Tränendrüse (Tränenmangel) und solche mit einer erhöhten Verdunstung des Tränenfilms, meist bedingt durch eine verminderte oder fehlerhafte Produktion von Fetten durch die Meibomdrüsen (Meibomdrüsendysfunktion). Oft treten beide Störungen gemeinsam auf. Seit einigen Jahren wissen wird, dass beim Trockenen Auge auch eine Entzündungsreaktion und/oder eine Störung der Hornhautnerven eine Rolle spielen.

Die Beschwerden des Trockenen Auges sind vielfältig. Sie umfassen u.a. Brennen, Stechen, Jucken, Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit. Der Augenarzt kann eine Bindehautrötung und - mit verschiedenen Farbstoffen – die Schädigung der Augenoberfläche an der Spaltlampe (Abb. 1: Schädigung der Hornhautoberfläche sichtbar nach Anfärbung mit Fluoreszein) erkennen. Zudem kann er den Tränenfilm und die Lider mit den wichtigen Meibomdrüsen im Detail untersuchen (Abb. 2: Meibomdrüsendysfunktion. Durch verdicktes Sekret verstopfte Meibomdrüsen an der Lidkante). Zusatzteste umfassen u.a. den Schirmertest, mit dem die Produktion der Tränendrüse gemessen wird.

Goldstandard der Therapie des Trockenen Auges sind Tränenersatzprodukte, von denen verschiedene Formulierungen mit unterschiedlicher Konsistenz von Tropfen über Gel bis Salbe zur Verfügung stehen. Beim schweren Trockenen Auge können kleine Silikonstöpsel in den Tränenweg eingebracht werden, um die Tränen länger am Auge zu halten (Abb. 3: Punctum plug). Zusätzlich ist beim moderaten bis schweren Trockenen Auge häufig eine antientzündliche Therapie notwendig, um den Kreislauf von Oberflächenstörung und Entzündung zu unterbrechen. Kurzfristig können hier Kortikosteroid-Augentropfen eingesetzt werden, Für die antientzündliche Langzeittherapie ist Ciclosporin 0,1% seit Kurzem in Deutschland für die Behandlung des Trockenen Auges mit schwerer Oberflächenstörung zugelassen. Zudem können Omega-3-Fettsäuren, sowohl als Nahrungergänzung als auch als Augentropfen als zusätzliche antientzündliche Therapie eingesetzt werden.

Die Behandlung der Meibomdrüsendysfunktion erfolgt durch Lidkantenpflege (heiße Kompressen und Lidrandmassage), topische Antibiotika, Tränenersatzmittel mit Lipidkomponente und durch Doxiciclin-Tabletten.

  Verantwortlich für den Inhalt: Prof. Dr. E. Meßmer