Plombenchirurgie

Die Plomben- oder Buckelchirurgie dient der Behandlung der rhegmatogenen Netzhautablösung. Die Operation erfolgt unter stationären Bedingungen. Die Aufenthaltsdauer schwankt je nach Klinik und Schweregrad der Netzhautablösung zwischen drei und sieben Tagen. Die Operation erfolgt meist in einer lokalen Betäubung durch eine Injektion des Betäubungsmittels neben und hinter das Auge (parabulbäre / retrobulbäre Anästhesie). In seltenen Fällen ist eine tiefe Narkose notwendig. Die Dauer der Operation beträgt je nach Ausmass und Schweregrad der Netzhautablösung zwischen 20 min und 60 min.

Bei der Operation wird durch einen kleinen Schnitt die Bindehaut des Auges eröffnet, das Auge selbst bleibt geschlossen. Dann werden die Augenmuskeln mit Fäden angeschlungen, damit der Operateur in der Lage ist das nach der Betäubung durch den Patienten nicht mehr willentlich bewegliche Auge in der Augenhöle zu bewegen. Zuerst wird das Loch, welches die rhegmatogene Netzhautablösung verursacht hat, lokalosiert.

Danach werden Haltefäden für die später aufzunähende Kunstoffplombe im Bereich des Loches gesetzt. Nun wird im Bereich des Loches von aussen durch eine Kältesonde eine Vernarbungsreaktion eingeleitet, damit durch das Loch keine Flüssigkeit mehr unter die Netzhaut fliessen kann. Nun wird eine Kunststoffmaterial (Plombe) über dem Loch von aussen aufgesetzt und durch die Haltefäden festgezogen, damit das Loch tamponiert und Zugkräfte des Glaskörpers entlastet werden.

Falls nach diesem Schritt noch ein grösserer Teil Flüssigkeit unter der Netzhaut gefunden wird, kann von aussen durch eine Punktion diese Flüssigkeit abgelassen werden. In manchen Fällen muss noch eine kleine Gasblase am Ende der Operation in das Auge eingegeben werden, um die Netzhaut von Innen zusätzlich für eine kurze Zeit anzudrücken. Dabei ist es wichtig, daß der Patient für die folgenden Tage eine bestimmte Position, welche der Operateur mitteilt, einnimmt, um die Gasblase an der richtigen Position drücken zu lasssen und so den Heilungsverlauf zu unterstützen. Postoperativ sollte man nicht Lesen, da dies zu sehr schnellen Augenbewegungen führt und diese zum einen das Auge reizen, zum anderen unnötigen Stress im Wundgebiet verursachen. Die Schmerzen sind im Allgemeinen bis auf Fremdkörpergefühl gering.

Die Plombe verbleibt im weiteren Verlauf von aussen nicht sichtbar auf dem Auge, um die Netzhaut dauerhaft zu stabilisieren. Bei der Netzhautuntersuchung sieht der Augenarzt von innen den Buckel der Plombe.