Embolisation

aus: Steiger, Brückmann, Mayer, Schmid-Elsässer Arterio-venöse Malformationen Springer Verlag, Heidelberg, New york


Unter einer arteriovenösen Malformation (AVM) versteht man eine angeborene Gefäßmißbildung der Gehirngefäße, bei der krankhafte Gefäßknäuel und Kurzschlüsse (Fisteln) zwischen Arterien und Venen bestehen.

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Je nach Ausdehnung und Lage besteht bei diesen Veränderungen ein unterschiedlich hohes Risiko einer Ruptur (Einriß) mit einer Hirnblutung.Außerdem können arteriovenöse Malformationen auch für andere, unspezifische Symptome wie Krampfanfälle oder neurologische Ausfälle verantwortlich sein.

 

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Nach der Diagnosestellung zur weiterführenden Diagnostik wird in der Regel eine Kernspintomographie (MRT) und eine digitale Subtraktionsangiographie angefertigt. Sinnvoll ist es, diese Untersuchungen an einem Zentrum für diese Erkrankungen durchführen zu lassen, so daß keine Doppeluntersuchungen zur Festlegung der Behandlungsoptionen durchgeführt werden müssen.

 

Bei der Katheterbehandlung wird der Eingriff in Vollnarkose vorgenommen. Die Behandlung dauert meist mehrere Stunden und oft sind mehrere Behandlungstermine für einen Patienten nötig.

 

Über eine Punktionsstelle in der Leiste wird unter Röntgenkontrolle ein Mikro-Katheter in die krankhafte Hirnarterie vorgeschoben.

Dann werden die erkrankten Gefäßabschnitte mittels Gefäßkleber verschlossen und der Katheter entfernt.

 

Dieses muß für jeden erkrankten Gefäßast wiederholt werden. Als „Klebstoff“ wird an unserem Hause (je nach dem individuellen Befund des Patienten) meist das neu entwickelte Onyx verwendet.

 

DSAAn unserer Klinik wird einmal in der Woche eine interdisziplinäre Konferenz abgehalten, um diese Fälle zu besprechen und Behandlungsempfehlungen für die Patienten festzulegen.

 

Grundsätzlich sind hier eine Operation, eine interventionelle Behandlung über Katheter oder eine Bestrahlung mittels Gamma Knife sowie Kombinationen der Methoden denkbar.


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