AG Buruli Ulcus_2011

Insgesamt 16 europäische und afrikanische Partner bilden das Konsortium des EC-geförderten multizentrischen Forschungsprojektes „BuruliVac“ dessen Zielsetzung in der Etablierung einer Vakzine gegen Mycobacterium ulcerans, den Erreger der Buruli-Erkrankung besteht. Der Partner „LMU“ gehört als „Deputy Coordinator“ zum Managementteam des Konsortiums und ist primär für die Koordination aller patientenbezogenen Aufgaben des Projektes verantwortlich. Hierzu  zählt insbesondere die Etablierung bzw. der Ausbau diagnostischer Laborkapazität in den Partnerländern Ghana, Togo, Benin und der Demokratischen Republik Kongo, sowie die Einführung eines QM-Systems zum Zweck der Standardisierung aller im Projekt durchgeführter sowohl patientenorientierter als auch der Datenerhebung dienender Prozesse.

Förderung: Europäische Kommission (FP7-HEALTH-2009-single-stage, Grant Agreement Number 241500)

Verantwortlich: Priv.-Doz. Dr. med. Gisela Bretzel

 

1) Capacity building, Qualitätsmanagement, BCG case control Studie:

Blutproben von laborbestätigten Buruli-Patienten sowie nicht erkrankten Kontrollpersonen werden in afrikanischen und europäischen Partnerlaboratorien immunologischen Untersuchungen unterzogen. Daten zum BCG-Impfstatus von Patienten und Kontrollpersonen werden im Rahmen einer Fall-Kontroll Studie hinsichtlich der protektiven Wirkung einer BCG-Impfung bei unterschiedlichen Läsionstypen und Krankheitsverläufen ausgewertet.

 

2) Untersuchungen zur Diagnostik und Therapie des Buruli Ulkus in Togo:

Laborbestätigung klinisch diagnostizierter Buruli-Verdachtsfälle in Togo

(in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V., DAHW)

 

3) Einsatz molekularer Methoden im klinischen Management der Buruli-Erkrankung:

a) Die bei anderen Mykobakterienspezies (Mycobacterium leprae) bereits erfolgreich angewandte Detektion mykobakterieller RNA bietet eine Alternative zur kulturellen Viabilitätstestung. Im Rahmen einer medizinischen Doktorarbeit werden RNA-Detektionsassays an klinischen Proben laborbestätigter Buruli-Patienten etabliert und validiert.

b) Basierend auf eigenen Vorarbeiten wird ein molekularer Assay zur Detektion Rifampicin-

resistenz-assoziierter Mutationen im M. ulcerans rpoB-Gen zur direkten Anwendung für klinische Proben

im Rahmen einer medizinischen Doktorarbeit optimiert und validiert.

 

4) Vergleich verschiedener Amplifikationsmethoden zum Nachweis von M.ulcerans:

Zur molekularbiologischen Bestätigung klinischer Buruli-Ulkus Verdachtsfälle werden eine real-time

PCR und konventionelle (trockenreagenzbasierte-) PCRs mit einer neu etablierten LAMP (loop-mediated

isothermal amplificaton) Methode bezüglich Spezifität, Sensitivität  und möglicher Anwendbarkeit in

Laboren in endemischen Regionen in Westafrika (Referenzlabor versus peripheres Labor) verglichen.

 

5) Entwicklung einer WEB-basierten Datenbank:

Zur Erfassung sämtlicher patientenbezogener, klinischer und epidemiologischer Daten, sowie

labordiagnostischer Ergebnisse von Buruli-Patienten wird eine WEB-basierte online Datenbank in den BuruliVac Partnerländern Ghana, Togo, Benin und DR Congo validiert. Dieses Pilotprojekt dient neben der Zusammenführung aller länderspezifischen Daten zur Buruli-Erkrankung der jährlichen elektronischen Übermittlung von Kontrolldaten der Nationalprogramme und wird in Kooperation mit der Global Buruli Ulcer Initiative“ der WHO durchgeführt.

 

 

Kooperationen

Kwame Nkrumah University of Science and Technology (Komfo Anokye Teaching Hospital & Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine), Kumasi, Ghana; Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe e.V., Würzburg, Deutschland & Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe e.V., Länderbüro Togo, Lomè, Togo; Insititut National d’Hygiène, Lomè, Togo; National Buruli Ulcer Control Programme, & Laboratoire de Référence des Mycobactéries, Cotonou, Benin; Institut Medical Evangelique, Kimpese, DRCongo; Institute for Tropical Medicine, Antwerp, Belgium; University Medical Centre Groningen, The Netherlands; Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin, Hamburg, Deutschland; Global Buruli Ulcer Initiative, World Health Organization, Geneva, Switzerland.

 

Abgeschlossene Promotionen

Doktorand: cand. med. Marcus Beißner

Titel der Arbeit: Untersuchungen zur Detektion resistenzassoziierter Mutationen des rpoB- und rpsL-Gens in Mycobacterium ulcerans Isolaten von Patienten mit PCR-bestätigtem Buruli Ulkus aus Ghana.

Betreuerin: Priv.-Doz. Dr. med. Gisela Bretzel

Promotionsdatum: 07.07.2011

 

Laufende Promotionen

 

1) Doktorandin: cand. med. Daniela Brieske

    Titel der Arbeit: Operative Entfernung von Knoten im Frühstadium der Buruli Ulkus

    Erkrankung molekularbiologische Untersuchung der Exzisionsränder zum Nachweis

    kurativer chirurgischer Therapie.

    Betreuerin: Priv.-Doz. Dr. med. Gisela Bretzel

 

2) Doktorandin: cand. med. Kristina Huber

    Titel der Arbeit: Buruli-Ulkus Erkrankung in Togo: Laborbestätigung klinisch

    diagnostizierter Verdachtsfälle.

    Betreuerin: Priv.-Doz. Dr. med. Gisela Bretzel

 

3) Doktorand: cand. med. Dominik Symank

    Titel der Arbeit: Etablierung und Validierung von RNA-Assays zur Viabilitätstestung

    von Mycobacterium ulcerans

    Betreuerin: Priv.-Doz. Dr. med. Gisela Bretzel, Mitbetreuer: Dr. med. Marcus Beißner

 

4) Doktorand: cand. med. Moritz Jansson

    Titel der Arbeit: Optimierung und Validierung genotypischer Untersuchungen von

    Antibiotikaresistenzen bei Mycobacterium ulcerans.

    Betreuerin: Priv.-Doz. Dr. med. Gisela Bretzel, Mitbetreuer: Dr. med. Marcus Beißner